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Montag, 11. März 2019
Donnerstag, 31. Januar 2019
Donnerstag, 29. November 2018
Freitag, 26. Oktober 2018
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Donnerstag, 26. April 2018
Dienstag, 27. Februar 2018
Dienstag, 30. Januar 2018
Mittwoch, 22. November 2017
Printseite November 2017 / Umwege
von Niklas Stuhr
Ist der Weg auch das Ziel, wenn der Weg ein Umweg ist? Und was wird dann aus dem eigentlichen Ziel überhaupt, wenn ja nun auf einmal der Weg zum Ziel geworden ist? Vielleicht ist der Lebensweg so verwirrend für den Großteil der Leute, weil schon die Begrifflichkeiten so verwirrend formuliert und behaftet sind. Für mich ist das Ganze eh ein Mysterium. Ich kann keine klare Linie (was ein Umweg sowieso nicht ist) erkennen. Natürlich kann man immer sagen, dass man auch über einen Umweg ans Ziel kommen kann, aber sollte man deswegen das Abkommen vom eigentlichen Weg (Moment, oder dem Ziel? Verwirrend) in Kauf nehmen? Meist kommt man auf Abwege, wenn man verwirrt, verblendet, benebelt oder abgelenkt ist. Wird dieser Zustand auch noch durch die fehlende Klarheit des Ziels verursacht, verrennt (kleines Wortspiel) man sich in einem ewigen Teufelskreis. Vermutlich ist der einfachste Weg zum Ziel immer noch dem Pfad zu folgen, auf dem die meisten Leute laufen. Das mag natürlich verpönt sein und viele Wege führen nach Rom (ist Rom vielleicht das Ziel?), doch ich bezweifle, dass es für jeden Menschen einen eigenen Weg nach Rom gibt. Nun habe ich fast ein Plädoyer gegen Individualismus und für den Weg der Masse gehalten, doch würde ich natürlich nie selbst sagen, dass ich dem Weg anderer Leute folgen oder meine eigene Individualität aufgeben möchte. Fast schon ein Teufelskreis und genauso verwirrend wie die Definition des Ziels.von Lara Konrad
Hätte ich nicht die längere Strecke genommen, hätte ich niemals den Sonnenuntergang über dem Meer gesehen. Ich hätte nicht nach dem Weg fragen müssen und somit nie meinen jetzigen besten Freund kennengelernt. Wäre ich auf dem gewohnten Weg geblieben, dem vertrauten Weg, hätte ich nie all diese neuen Dinge gesehen, nie mein Lieblingscafé gefunden, nie zum Lied des Straßenmusikers im Regen getanzt. Ich hätte mich nie verirrt und wäre auf der Suche nach meinem Weg nie auf all die kleinen Pfade gestoßen, die voller Überraschungen stecken und von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren. Ist der kürzere Weg besser, nur weil er effizienter ist? Ist es nicht viel aufregender, einen Umweg zu nehmen, selbst mit der Gefahr, sich zu verlaufen? Die Schwierigkeit liegt schließlich nicht darin, einen bereits gefundenen Weg entlang zu gehen; die Schwierigkeit liegt darin, seinen Weg zu finden, und das immer wieder aufs Neue. Dabei ab und zu vom gewohnten Weg abzukommen, kann einen an ganz neue, nie gekannte Ziele transportieren; Ziele, nach denen man nie gesucht hat, die aber doch die eigenen sind. Es kann einen über gänzlich ungewohnte Wege führen, die nicht immer leicht sein mögen - aber um Wege zu finden, muss man manchmal Umwege gehen.von Hannah Springer
Ich hatte da so eine Vision. Eine Vision von meinem Leben. Von meinen Träumen, Zielen und Erwartungen. Jahrelang habe ich an dieser gearbeitet und gekämpft, dass sie Gestalt annimmt. Dass sie kein Hirngespinst bleibt, sondern Stück für Stück zur Realität wird. Es hat gut geklappt. Ich kam voran und mir war klar, wie mein Weg verlaufen sollte. Welche Schritte die nächsten sein werden und was ich dafür tun müsste. Bloß nicht stehen bleiben, immer weiter gehen und möglichst auf direktem Weg zum Ziel -das war meine Devise. Hindernisse, Stopps oder gar Umwege waren nicht eingeplant. Mein Weg führte schnurstracks geradeaus. Vergessen habe ich das Links und Rechts. Übersehen, was am Wegesrand lag und gedankenlos jede andere Option abgelehnt. Ein Tunnelblick nach vorne erlaubt keine Seitenblicke. Jetzt gerade sieht mein Tunnelblick Schwarz. Schwarz für mich und meinen Weg. Schwarz für mich und meine Zukunft. Schließlich erlaubt die meterhohe Wand vor mir kein Weiterkommen. Das war so nicht vorgesehen. Zugegeben, ich stehe etwas planlos davor. Seit ich denken kann ist es das erste Mal, dass ich nicht weiterkomme. Dass ich keinen genauen Plan habe. Jetzt verfluche ich, dass mein Blick nie abgeschweift ist. Niemals andere Wege und Ziele in Betracht gezogen hat. Vielleicht wäre mir mit ein bisschen Weitsicht die Wand schon früher aufgefallen oder ein anderer Weg, auf dem ich auch ans Ziel kommen würde. Woher habe ich bloß die Gewissheit genommen, dass es nur diesen Weg für mich gibt. Ich gehe langsam auf das große Schwarze vor mir zu und berühre es mit der Hand. Tatsächlich, es ist da und lässt sich kein Stück bewegen. Kalt, starr und bewegungslos liegt es vor mir. Ich drehe mich um und lasse es hinter mir. Auf der Suche nach ein bisschen Weitsicht.von Tassia Weimann
Ich wollte auf dem direkten Weg zu dir. Immer gerade aus. Mit dem perfekten Plan im Kopf: Von einer gemeinsamen Zukunft, vom Mitwippen der Musik beim gemeinsamen Besuch von Konzerten, von tiefgründigen Gesprächen, von unendlich vielen Küssen. Doch dieser Plan war nur meiner, nicht deiner. Wir sind unterschiedliche Wege gegangen. Manchmal haben sie sich gekreuzt, haben mir einen Vorgeschmack gegeben auf das was sein könnte. Doch dann wurde ich wieder auf meine eigene Strecke befördert. Manchmal hat sie mich zur Strecke gebracht.
Und ich habe dich ziehen lassen. Um dich trotzdem gedanklich
zu verfolgen. Das Interesse hat nie aufgehört. Konnte meinen Blick nicht von
unserem Labyrinth lösen. Konnte die Pläne nicht gehen lassen, obwohl ich jeden
Moment eine Mauer erwartete.
An dem Moment, an dem ich am meisten davon Abstand gewonnen
hatte, kurz davor war die Gedanken abzuschalten, bog ich um die Ecke. Und war
in der Mitte angekommen. Und da warst du. Mit offenen Armen, mit einem Plan,
der meinem so sehr ähnelte.
Und da stand ich. Glücklich, aber unglaublich verwirrt. Nie
hätte ich geglaubt, dass unsere unterschiedlichen Wege nur ein Umweg waren, die
das gleiche Ziel hatten.
von Yasemin Rittgerott
Um dich zu umgehen, würde ich alles tun. Nur weg von dir. Fort, weit fort von dir. Ich laufe im Kreis. Ich dreh mich um, drehe mich um mich, dreh mich um dich. Weiter zu Orten, an denen ich noch nicht gewesen bin. Orte, an die ich nie wollte. Hallo, jetzt bin ich trotzdem da. Hin und her. Her und hin. Wo komm ich nochmal her? Wo will ich hin? Was war das Ziel? Warst das nichtmal du? Um mich ging es schon lange nicht mehr. Nun laufe ich, um Wege weg von dir zu finden. Bin ich hier richtig? Geht es hier lang? Oder lande ich am Ende wieder in deinem Schoß? Kein Ort ist besser als dein Ort. Dein Ort war auch mein Ort. Doch du willst alles, willst alles von mir. Ich will das nicht mehr. Lieber im Kreis rennen als stillzustehen, einzufrieren, nie zu gehen.Mittwoch, 25. Oktober 2017
Printseite Oktober 2017 / Vorstellungsrunde
von Yasemin Rittgerott
Yasemin, 24
Wenn ich nicht gerade fleißig in der Uni am Englisch und
Kulturanthropologie studieren bin, verbringe ich meine Zeit gerne auf
Musikfestival oder in meinem Bett.
Für die Zeitung schreibe ich seit 2008. Für mich selbst
schreibe ich aber schon viel länger, war aber immer zu schüchtern, mein
Geschreibsel irgendwem zu zeigen. Zum Glück hat sich das mit der Schüchternheit
größtenteils gelegt, sodass ich heute doch sehr zufrieden bin, wenn ich weiß,
dass andere Menschen lesen und manchmal sogar auch gut finden, was ich hier so
fabriziere.
von Tassia Weimann
Tassia, 24 Jahre
Seit zehn Jahren wühle ich mindestens einmal im Monat in
meinem Wortschatz, füge Wort an Wort. Lerne etwas über mich, über andere, über
das Schreiben. Tauche in Inspirationswellen ein, treibe manchmal zu weit davon
und rette mich auf alte Schranktüren, die vorbei schwimmen. Die Worte fließen
meist auf das Papier, dienen als Spiegel. Sind Ausgleich zum
Sonderpädagogik-Studium, trösten über die nächsten großen Zukunftsvisionen
hinweg. Über zu große Erwartungen vor dem Referendariat im nächsten Jahr.
Die Texte sind wie alte Fotos – sie zeigen Momentaufnahmen,
die andere hoffentlich ab und an lächeln lassen. Wie ein Fluss versiegen die
Wörter nie und münden in etwas Großem, etwas Gemeinsamen.
von Elina Göhrmann
Elina, 22 Jahre alt.
Egal welches Zimmer ich mein Eigen nenne, das erste was man
sieht sind Bücher. Und mittendrin liegen Notizbücher über Notizbücher, gefüllt
mit allem, was mir so durch den Kopf geht. Während ich nun meinen Master in
Passau mache und mich mit Medien und Kommunikation beschäftigte, schreibe ich
nebenbei auch kleine Kurzgeschichten, Fanfictions oder ab und zu auch mal ein
kleines Gedicht. Diese Seite ist für mich etwas, wo ich diese Leidenschaft mit
anderen teilen und ausbauen kann. Man tauscht sich aus, verbessert sich und
probiert immer mal wieder etwas neues. Es ist für mich ein
Inspirationsaustausch und zeigt mir immer wieder aufs Neue, auf welche
besondere Art Worte Sachen erfassen können.von Jonas Gadomska
Jonas, 18 Jahre
Seit 2013 im Team, versuche ich die eher schwach wirkende
männliche Beteiligung unserer Jugendseite zu repräsentieren. Da mir dies durch
mein schlechtes Organisationstalent oft weniger gut gelingt, bin ich froh, dass
ich in meiner Schaffenszeit stets Unterstützung von meinen Kolleginnen erhalte.
Ganz im Gegenteil zu meiner schulischen Karriere, welche ich, kurz vor dem
Abitur stehend, leider ohne ihre Hilfe überstehen muss.
Das Schreiben bei den Indianern ist für mich nach einem
Fußballspiel wie eine Art Ausgleich. Ein Bier trinkend und die Tasten tippend,
erhalte ich einen Ausgleich zu meinem Schulausgleich, dem Fußballspielen - also
einen Ausgleichausgleich. So viele Ausgleiche!
von Hannah Springer
Ich bin Hannah, 18 Jahre alt und seit November 2016 Mitglied
der Nachwuchsredaktion der Braunschweiger Zeitung. Früher wollte ich Autorin
werden und habe unzählbar viele Geschichten angefangen zu schreiben. Angefangen
deshalb, weil nur ein Bruchteil fertig geworden sind. Mittlerweile hat sich
mein Berufswunsch geändert, doch der Spaß am Schreiben ist geblieben. Gerade
die unendlichen Möglichkeiten sein Gedankenchaos auf dem Papier zu ordnen,
lassen keine Langeweile aufkommen. Unendlich viele Möglichkeiten eröffnen sich
mir noch an anderer Stelle. Ich habe diesen Sommer mein Abitur bestanden und
darf mich endlich rein in das Abenteuer Leben stürzen. Genau das tue ich und
kann noch gar nicht sagen, wo mich der Sturzflug Leben im nächsten Jahr
hinführt.
von Lara Konrad
Als ich drei Jahre alt war, wollte ich Autorin werden.
Mittlerweile bin ich 18 und möchte Schauspielerin werden; das Schreiben
allerdings ist geblieben. Wenn mein Kopf platzt, wenn ich zu viele Gedanken
habe und mich nicht einmal selbst verstehen kann, dann helfen mir Stift und
Papier dabei, mich zu ordnen und auszudrücken. Meist ergeben sich die Worte
während des Schreibens selbst, manchmal ist es auch nur ein Gedanke, den ich
festhalten möchte. Aber egal, was: Schreiben ist so unglaublich frei und
befreiend. Es ist ein wenig wie das Leben selbst, voll zahlloser Möglichkeiten
und unterschiedlicher Wege - und die Wege, die ich auf dem Papier einschlage,
helfen mir, meine Wege in meinem Leben, insbesondere nach meinem diesjährigen
Abitur, zu erstellen und zu ordnen.
von Niklas Stuhr
Ich bin Niklas Stuhr, bin 21 Jahre alt und studiere
Sozialwissenschaften. Seit nun fast einem Jahr bin ich bei der Seite dabei und
freue mich über den kreativen Austausch, der gehalten wird. Ich denke, mir hat
die Arbeit im Kollektiv schon eine Menge gebracht, da ich gezwungen bin auch
mal andere Blickwinkel zu betrachten, mich Sentimentalität zu stellen, die ich
sonst nicht habe und, auch wenn es simpel erscheint, einfach eine
Regelmäßigkeit und Routine in das Schreiben zu bringen. Schon seit ich einen
Stift halten kann und dazu auch noch das Alphabet gelernt habe, schreibe ich in
irgendeiner Form, nur unterbrochen von der Pubertät, in der natürlich alles
doof war. Danach aber flammte die Passion für die unwillkürliche
Aneinanderreihung von Worten wieder auf und ich bin froh, dass ich diese
Kreativität hier ausleben kann. Ein bisschen Zeitdruck und Deadlines schaden
halt auch selten. An das Schreiben an sich habe ich zudem sehr hohe Ansprüche
und die netten Kolleginnen und der nette Kollege helfen auch immer gerne dabei
selbiges zu verbessern.
Mittwoch, 20. September 2017
Printseite September 2017 / Ich habe die Wahl
von Jonas Gadomska
Für die Schule lernen oder doch lieber zum Fußball fahren?
Manche Entscheidungen fallen mir leicht, andere eher schwer. Kleine
Herausforderungen auf dem Weg das meiste richtig zu machen. „Ich habe die
Wahl!” - das ist Entschlossenheit, Ratlosigkeit. Ich habe die Wahl und kann
ganz alleine entscheiden, was das Vernünftigste ist. Das Richtige für mich, das
Richtige für die anderen tun, wie ein kleiner Präsident. Souverän
Entscheidungen treffen können. Ratlosigkeit. Was ist die beste Wahl?
Möglichkeiten gibt es bei einer Wahl viele, aber welche ist die eine ultimative
Entscheidung? Ich weiß es nicht, sonst hätte ich gesagt: „Ich hatte die Wahl!”.
In meine erste Bundestagswahl gehe ich eigentlich so wie in meine erste
Kommunalwahl, mit Vorstellungen von Veränderungen. Aber was kann ich als
einzelner bewirken? Nun, ich fand es immer schon wichtig mich für das
einzusetzen, wofür ich bin. Und wo kann man das besser machen, als bei einer
Wahl in Deutschland?
- Ich, 18, Erstwähler, benutzte in diesem Text viele
Fragezeichen
von Tassia Weimann
Ich habe die Wahl zwischen:- Traurigen oder hoffnungsvollen Gedanken
- Bleiben oder gehen
- Nach vorne schauen oder zurück
- Tee oder Kaffee. Oder beides?
- Etwas ändern oder meckern
- Meine Meinung zu sagen oder still zu bleiben
- Etwas eigenes zu wagen oder das zu machen, was alle tun
- Hände zu schütteln oder die Arme auszubreiten
- Zu lachen oder zu weinen
- Ehrlich zu sein oder Dinge zu verheimlichen
- Zu viel Geld für Gummistiefel auszugeben oder sie im Laden stehen zu lassen
- Angst zu haben oder mich ihr zu stellen
Nur bei
einem habe ich keine Wahl, weil es meine Pflicht ist: meine Kreuzchen zu
setzen.
von Hannah Springer
Seit Jahren bin ich immer denselben Weg entlang getrottet.
War durch zahlreiche Karten auf jede Kurve und Steigung vorbereitet. Meist
wusste ich vorher genau, ob diese schwer zu nehmen werden. Schließlich gab es
andauernd Warnhinweise und Tipps für den weiteren Weg. Die meisten von ihnen
waren wirklich hilfreich. Sie haben mich weitergebracht. Der Weg war schön,
schön leicht zu nehmen und ohne größere Komplikationen. Einfach der Karte
folgen. Ganz einfach! Zumindest bis zu diesem Punkt.
Ich habe diesen Punkt auf der Karte schon erahnt. Sie führt
einfach nicht weiter. Hört an der Stelle, wo ich gerade stehe, einfach auf und
scheint nicht mal mehr nach Norden ausgerichtet. Auch die Hinweise fehlen. Gar
nicht so weit zurück auf meinem Weg, gab es noch so viele und jetzt kann ich
nicht mal in der Ferne welche erahnen. Stattdessen zweigt sich der Weg. So
etwas gab es vorher noch nie. Er zweigt sich und gleich danach wieder und
wieder und wieder. Scheinbar unendlich mal. Der genaue Plan, die Polung nach
Norden und die Vorbereitung auf den Weg scheinen wie abgelaufen. Das Ende
erreicht, aber noch lange nicht das Ziel. Jetzt stehe ich hier, mit den Füßen
auf dem sandigen Weg, den Blick eher zögernd nach vorne gerichtet. Denn ich
weiß: Jetzt habe ich die Wahl!
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