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Foto: Lizenzfreies Bild von pixabay.com |
von Leonie Backhaus
Ausbrechen aus den Routinen des Alltags.
Hinter sich lassen, was einem so vertraut ist
und einen festhält.
Den Mut haben Träume zu kreieren und zu leben.
Sich auf andere Wege begeben und Neues
entdecken.
Das tun, was einem das Bauchgefühl rät und
glücklich macht.
Sich nicht beeinflussen lassen von den
Meinungen anderer Leute.
Fremden Plätzen und Umgebungen offen
gegenübertreten.
Über Grenzen gehen und über sie hinauswachsen.
Unvoreingenommen ungewohnte Eindrücke auf sich
wirken lassen.
Inspiration in anderen Menschen und ihren
Lebensformen finden.
Schritte wagen von denen man nie dachte, dass
man sie gehen würde.
Sich die Frage stellen, was man wirklich will
im Leben.
Nicht auf den perfekten Moment warten, der nie
kommen wird.
Ausbrechen aus den Routinen des Alltags.
Jetzt sofort, im Hier und Jetzt.
von Tassia Weimann
Wir bewegen uns zum Takt der Musik. Die Lichteffekte
flackern über dein Gesicht. Du siehst cool aus, irgendwie. Und glücklicher als
ich dich sonst in Erinnerung habe. Der Ausdruck steht dir gut zu Gesicht. Ich
schließe die Augen und konserviere diesen Moment. „Momente kommen und gehen“,
hattest du gesagt. Ich halte mich also so lange es geht an ihnen fest.
Du blickst mich an und willst Getränke holen. Ich zucke mit
den Achseln im Takt. Warum nicht. Als die Musik umschwingt, die Akustikgitarre
herausgeholt wird, fange ich an mich umzusehen. Wo bist du hin? Warum dauert
das solange? Ich schiebe den Gedanken beiseite und singe die Texte lauthals
mit.
Der Saal leert sich, die Roadies tragen die Instrumente von
der Bühne. Die Stille tut mir in den Ohren weh. Das Klingeln in meinen Ohren
übertönt nicht wirklich das Klopfen in meiner Brust.
Das Erkennen dauert länger als die körperlichen Signale. Du
hast den Notausgang gewählt. Und ich stehe wie eine dicke, fette Eiche mitten
im Raum und starre auf das grüne Schild. Hattest du gedacht, dass ich hinaus
und meines Weges gehe? Diesen Moment vergesse und einfach so weitermache? Bin
ich der Grund für deinen Ausbruch oder bist du es?
Ich setze mich im Schneidersitz mitten in den Raum. Ganz,
ganz vielleicht kommen ja Momente wieder. Oder Menschen.
von Katrin Dirscherl
Du brauchst einen sicheren Job, Kind, höre ich dich sagen. Das
was du machst, ist Glückssache. Scheinbar ist alles Schöne Glückssache. An
manchen Tagen scheint nichts zu funktionieren, dabei ist es nicht mehr oder
weniger chaotisch als sonst. Nur meine innere Unruhe macht es chaotischer. Die,
die danach drängt frei gelassen zu werden. Die, die ihren Träumereien nachgehen
will. Die, die neue Geschichten spinnen will. Sechs offene Manuskripte reichen,
denke ich. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Das Studium, das reale Leben. Eigentlich
will ich lieber schreiben, sage ich. Doch ich weiß zu gut, das geht jetzt
nicht. So ignoriere ich die Unruhe. Ermahne sie zur Stille. Wichtig ist, jetzt
zu funktionieren. Also warte ich auf Phasen, in denen es anders ist. Kein
Ausbruch, nicht jetzt. Aber irgendwann.
von Elina Göhrmann
Es ist so heiß. Ich habe das Gefühl, von innen zu
verbrennen. Erst war es, als würden heiße, flammende Finger durch mich hindurch
streichen und alles Erkaltete wieder aufwärmen. Etwas in mir fing an zu pochen,
erst langsam, dann immer schneller. Jetzt pocht es nicht nur, es brodelt! Es
reißt mich mit. Ich kann nur noch an dieses Gefühl in meinem Inneren denken. An
das Toben der Hitze, welche sich träge durch meine Adern bewegt. Im Bauch hat
es angefangen, inzwischen spüre ich es nach oben steigen. Irgendwo in mir
erinnert sich etwas daran, dass dieses Gefühl vor hunderten von Jahren schon
einmal da war. Dass ich es loslassen musste, um nicht zu verbrennen. Es steigt
weiter hoch, ganz langsam über den Rand. Es fühlt sich besser an, sobald die
Hitze mein Inneres verlässt. Und ich nehme meine ganze Kraft zusammen und stoße
sie hinaus. Ich tose. Ich breche aus. Und dann erkalte ich langsam wieder. Für
hunderte von Jahren.
von Hannah Springer
DU, bedeutest mir so viel. DU, bist der Mensch mit dem ich
lachen möchte. Bist die Person, für die ich nachts ins Auto steige und
losfahre, wenn es dir schlecht geht. Auch wenn DU mir immer wieder die gleiche
Story erzählst, wirst DU bei mir immer ein offenes Ohr finden. DU brauchst dich
nicht zu rechtfertigen dafür, wie DU bist. DU bist für mich einfach Du und
wichtig. DU bist ein so großer Teil meines Lebens, dass ich alles daransetzen
würde, damit es dir gut geht. DU, DU, immer DU.
ICH, bin da. ICH bin die, die kommt, wenn es dir schlecht geht.
Die, die zuhört. ICH bin die, die Verständnis hat und dir die Aufmerksamkeit
und Zuwendung schenkt, die du brauchst. ICH bin für dich sicherlich wichtig.
Wichtig um da zu sein, wenn es dir schlecht geht. Für dich, bin ICH eine
Rückversicherung. Der letzte Anker, den ICH immer für dich bilde. Denn ICH bin
immer da, für dich. ICH, ICH, niemals ICH.
DU, DU, jetzt lebe ICH.
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