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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Dezember 2012 / Sound

von Elina Göhrmann

High Five – Kleine Zeichen
Als ich dieses Lied zum ersten Mal bei einem Konzert dieser A Capella Gruppe gehört habe, habe ich mich sofort in den Text verliebt. „Es sind kleine Zeichen, die große Worte meinen“. Dieser Satz gibt einfach das wieder, was ich schon seit Jahren mit einem Lächeln bei jedem Menschen beobachte: dass Gesten manchmal mehr sind als Worte und genau das ist für mich das Besondere im Leben.

Chima – Risiko
„Heute geh' ich Risiko statt Kontrolle, einfach Risiko […] und ich tanz' auf dem Vulkan verdammt, was soll mir passieren“.
Das Lied zeigt mir immer, dass man manchmal auch etwas riskieren muss, um an sein Ziel zu gelangen. Auch, wenn ich das eigentlich immer weiß, ist der Gedanke an das Lied oft der letzte Schubser, bevor ich den Sprung über den Abgrund wage – vielleicht eine Art Kraftreserve.

Bosse – Wende der Zeit
Dort, wo meine Füße sind, ist der Augenblick, der vielleicht das große Glück bringen könnte. Dort, wo ich gehe, ist der Weg, der mich zu neuen Wegen führen wird. Was bringt es mir, an den Rand des Weges zu gucken, wie andere Leute ihren Weg gehen, selbst wenn dieser vielleicht heller ist als meiner? Was bringt es mir das Glück anderer zu betrachten, wenn ich dadurch Gelegenheiten verstreichen lasse, die vielleicht zu meinem Glück hätten werden können? Ich selbst bin meine Wende der Zeit – hört euch das Lied an, dann wisst ihr genau was ich meine, denn dieses Lied erzählt von all' diesen Gedanken.

Unsere Sound-Playlist findet ihr bei spotify unter: Wortfluss Sound
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Prinseite Dezember 2012 / Weihnachten

von Tassia Weimann

Wenn ich Weihnachten meine, dann meine ich:
  • Der Weihnachtsgottesdienst um 23 Uhr in der Jakobikirche, wenn schweigende Massen in Kirchenschiffen sitzen und sich von Worten und Melodien hin- und herwiegen lassen, sich berühren lassen.
  • Die strahlenden Augen beim Geschenke auspacken. Weil man das Geschenk des Menschen wegen nicht des Geldes wegen gekauft oder gebastelt hat.
  • Weihnachtsbäume, die nur für eine Person geschmückt wurden. Für die Weihnachten etwas Schmerzliches ist.
  • Das Krippenspiel mit seinen kleinen Engeln, die eher ins Mikrofon kreischen als singen. Mehr winken als schauspielern. Und die trotzdem jedes Mal das Herz erwärmen.
  • Jedes Jahr dasselbe Weihnachtsessen: Kartoffelsalat mit Würstchen. Und jedes Jahr aufs Neue, schwöre ich mir, dass ich es später anders machen werde. Mit ordentlichen Braten oder Ente oder Gans – alles außer das.
  • Der Druck „das perfekten Weihnachtsgeschenk“ zu finden, der schon Anfang November beginnt. Und im Endeffekt gibt man doch wieder mehr Geld aus, als geplant.
  • Das Glück, wenn es an Heilig Abend schneit und man mit großen Augen die ersten Schneeflocken betrachtet und schätzt.

von Elina Göhrmann

Hier stehe ich nun hoch oben mit Schnee in meinen Haaren und dick eingemummelt in meiner Skijacke. Die Bergluft um mich herum ist kalt und alles um mich herum glänzt und glitzert unter der weißen Pracht. Kälte gehört mit zur Weihnachtszeit, vor allem hier in Österreich, und ohne die Kälte wäre es wohl auch nicht dasselbe, egal wie oft ich mich darüber beschwere. Jetzt, wo ich den Treffpunkt erreicht habe, kann ich alles betrachten, nicht nur die Schemen, die beim Skifahren an einem vorbei zischen. Statt jedoch vorhin zugehört zu haben, rauscht mein kleiner Cousin an mir vorbei und freut sich, dass er einmal schneller war als ich, bevor er bemerkt, dass sein Bruder schön bei mir stehen geblieben ist und dass er am Treffpunkt vorbeigefahren ist. „Verdammt.“ höre ich ihn nur fluchen, bevor er einmal tief Luft holt und mühsam den Hügel auf Skiern wieder hoch stampft. Ich lächle aufgrund dieser Situation, während mein kleiner Bruder, der inzwischen auch angekommen ist, hoch zur schon geschafften Strecke schaut und etwas davon murmelt, dass die Erwachsenen immer so lange brauchen, bevor er erleichtert meint: „Da kommen sie ja endlich!“ Die Zeit auf der Piste ist für mich Weihnachten, diese ganze Woche ist für mich Weihnachten, weil die Stimmung an jedem einzelnen Tag festlich und gemeinschaftlich ist. Ich erinnere mich an letztes Jahr, wo wir unsere neuste Tradition angefangen haben und den Film „Zwei Weihnachtsmänner“ zusammen geguckt haben. Heute Abend würden wir eben diesen wieder gucken und so lange lachen, bis uns der Bauch weh tut – das war fest geplant und eine der Sachen auf die man sich ein ganzes Jahr lang freuen konnte. „Ich bekomme nie genug von Österreich“, denke ich noch, bevor alle angekommen sind und es weiter geht – immer abwärts, und dann immer wieder hoch.

Liste von Yasemin Rittgerott

  • Niederlande (und Belgien): Die Niederlande feiern erst seit wenigen Jahren auch das typische Weihnachten. Jedoch ist ihnen die Tradition des Sinterklaasavond (Nikolausabend) wichtiger.
  • Faröer: Auf den Faröern wird vom 24. Dezember an, 20 Tage lang Weihnachten gefeiert.
  • Ukraine: In der Ukraine findet der Heilige Abend erst am 6. Januar nach dem julianischen Kalender statt.
  • Bulgarien: In Bulgarien feiert man Weihnachten am 25. Dezember. Dieser Tag markiert außerdem das Ende einer Fastenzeit, die am 15. November begann. Am Heiligen Abend werden veganische Gerichte in ungerader Zahl zubereitet. Meistens 7,9 oder 13 Stück.
  • Australien: Ein bekanntes australisches Weihnachtslied „Six White Boomers“, handelt davon, wie der Weihnachtsmann seine Rentiere in sechs große weiße Kängurus eintauscht und auf seiner Reise auch noch einem kleinen Känguru hilft, seine Mutter wiederzufinden.
  • Katalonien (Teil Spaniens): In Katalonien findet am 6. Januar die Bescherung statt. Zudem wird am Heiligen Abend auch die Tradition des Tió de Nadal gefeiert. Dabei wird ein mit Geschenken gefüllter Korb, der mit einem Tuch abgedeckt ist, mit Stöcken geschlagen, damit er die Geschenke herausgibt. Besonders ist auch eine kleine Figur mit dem Namen „caganers“ („Kleiner Scheißer“), die mit heruntergelassener Hose in vielen Krippen zu finden ist.
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Mittwoch, 28. November 2012

Printseite November 2012 / Glücksbringer

von Tassia Weimann

Sie ist ihr eigener Glücksbringer. In einem Punkt in ihrem Leben hat sie aufgehört sich auf Dinge zu verlassen. Geld über die Schulter in einen Brunnen zu werfen hat sie genauso glücklich gemacht, wie für fünf Euro Glücksklee zu kaufen – nämlich gar nicht. Nun ist sie ihr eigener Herr. Pächter über das Glück. Ein kleiner Schornsteinfeger ohne den ganzen Ruß im Gesicht. Für sie ist Glück eher glücklich zu sein. Nicht als ein dauerhafter Zustand, sondern eher in kleinen Momenten. Wenn sie einen Euro auf der Straße findet, auch wenn sie dadurch sicherlich nicht reich wird. Aber für eine Rumkugel, die sie so gerne isst, reicht es. Oder wenn ihre Nachbarin ihr rosa Rosen aus ihrem Garten bringt, weil diese weiß, wie gerne sie die hat. Sie erfreut sich an den kleinen Dingen im Leben und jagt nicht mehr dem Lottogewinn hinterher, der sie vermutlich eh nie richtig glücklich machen wird. Und das Glück kommt von ganz alleine, es schleicht sich von hinten an und pustet ihr nur ganz leicht in Ohr. Doch sie spürt es, dreht sich um und kann es in die Arme schließen. Jeden Tag aufs Neue.

von Elina Göhrmann

Meine Glücksbringer sind zwei Armbänder, die für mich einfach unheimlich wichtig sind. Eins davon besteht aus einem selbstgeflochtenem Band mit einem Skarabäusstein, den mir mein Cousin aus Ägypten mitgebracht hat. Dieses Armband trage ich nur, wenn ich wirklich auf das Glück hoffe, wenn ich versuche es herbeizurufen. Bei Klassenarbeiten und auch bei anderen Prüfungen leistet es meistens gute Dinge und auch, wenn es mal nicht so gelaufen ist, glaube ich daran. Jeder hat schließlich mal einen schlechten Tag, auch mal ein Glücksbringer. Das zweite Armband habe ich mir selber gekauft und dabei an die Menschen gedacht, die ich liebe und nicht häufig sehen kann. Denn diese geben mir immer Kraft und Mut. Ich trage es Tag und Nacht um mein linkes Handgelenk, weil auf der linken Seite auch mein Herz liegt, und fühle mich immer unwohl, wenn ich es dann zwischendurch doch für Sport abnehmen muss. Und jedes Mal, wenn ich dieses schlichte Armband sehe, denke ich an all' meine Liebsten und fühle, dass sie stets bei mir sind. Deswegen bringt es mir Glück im Alltag, weil man, ohne Liebe und Freundschaft bei sich zu haben, nicht weit kommt. Warum es gerade Armbänder sind weiß ich nicht - ich weiß nur, dass ich sie nicht mehr missen möchte.
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Mittwoch, 14. November 2012

November 2012 / Sound

Zur Printseite "Fern(e)Beziehung"

von Tassia Weimann 

Taylor Swift – We are never ever getting back together
Manchmal wird es Zeit loszulassen. Von alten Freundschaften, Beziehungen, Gefühlen und Ängsten. Manchmal muss man alles auf Distanz bringen. Diese Ernsthaftigkeit des Liedes schwingt immer mit, wenn ich es höre. Trotzdem fühle ich mich bei den Pop-Klängen wieder wie zwölf und verursache mir durch die Dauerwiederholung selbst einen Ohrwurm.
Philipp Poisel – Wo fängt dein Himmel an
„Wo fängt dein Himmel an, und wo hört er auf? Wenn er weit genug reicht macht dann das Meer zwischen uns nichts mehr aus? Du fehlst mir, oh du fehlst mir“
Perfekt für melancholische Abende mit einem gefühlsschweren Herz.
BOY – Drive Darling
Das unvermeidliche Wegfahren, Verlassen, Zurücklassen. Die Angst, die im Inneren schlummert und dennoch nicht an die Oberfläche kommt. Aber auch die Freiheit einfach losfahren zu können und Neues zu entdecken. Einfach die Zähne zusammenzubeißen und alles auf sich zukommen zu lassen. Und das Gefühl zu haben seine Liebsten doch immer bei sich zu tragen.
Unsere Sound-Playlist findet ihr bei spotify unter: Wortfluss Sound

 

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Printseite November 2012 / Fern(e)Beziehung


von Yasemin Rittgerott

Ich habe geschrien, ich habe geweint, ich habe falsch gelacht, ich habe versucht kühl zu tun, ich habe versucht dich zu hassen, ich habe dich ignoriert, ich wollte dir alles geben. Nein. Ich habe dir alles gegeben. Alles, was ich hatte. Ich habe jedes Gefühl, das zwischen Liebe & Hass existiert, wegen dir gefühlt. Du hast meinen Horizont erweitert und trotzdem habe ich mich so klein gefühlt.
Dabei habe ich so oft gedacht, da wäre dieser Funke, das Gewisse Etwas zwischen uns. Aber heute blicke ich zurück und sehe die Distanz, die mein Herz so lange versucht hat zu überbrücken, um deins zu berühren – wenn auch nur für einen kurzen Augenblick. Ob es gelungen ist? Wer weiß das schon, außer dir? Du bist unerreichbar. Du bist aus einer anderen Welt, von der kein Wort zu meiner gelangt, kein eindeutiges Zeichen.
In meinen Gedanken spiele ich jede mögliche Wendung unserer Geschichte durch, nur um jedes Mal wieder zu bemerken, dass es eigentlich nur meine Geschichte ist, meine Geschichte mit dir. Denn für ein „uns“ hättest du dich ja auch einbringen müssen.

von Tassia Weimann

„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.”- Konfuzius
In 58 Tagen bin ich 714 km für insgesamt 147 Tage von dir entfernt. Im Moment scheint mir das eine schier endlose Zeit und Weite zu sein. Ich bekomme Bauchschmerzen, wenn ich daran denke. Ich frage mich, wie es sein wird, dich nur per Webcam sehen zu können. Auf dem Laptop, den ich noch nicht habe. Vielleicht geht es ja auch mit einem Smartphone. Ich weiß es nicht. Alles ist so ungewiss, wage, mit Stolpersteinen versehen.
Aber ich freue mich auch. Darauf neue Erfahrungen zu machen. Raus zu kommen aus meinem Alltagstrott, der sich von Monat zu Monat mehr in meinem Leben schleicht. Ich freu mich darauf, wenn sich neue Menschen in meinem Herz einschleichen. Ich will dir von meinen blauen Flecken erzählen können, wenn ich Snowboard fahren lerne. Ich will dich überraschen, wenn du mich besuchen kommst und ich nur noch alle 3 Meter hinfalle. Ich will auf eigenen Beinen stehen und mir etwas erarbeiten. Ich stelle es mir unheimlich beruhigend vor am Abend in deine leicht verpixelten Augen zu blicken und mir somit ein Stückchen Heimat direkt in die Schweiz zu holen. Die Weite zu überbrücken und dich fast ganz nah bei mir zu haben. Ich stell es mir vielleicht härter vor als es sein wird. Aber bei all den Bedenken, bin ich guter Hoffnung, dass ich daran wachsen werde. Das wir daran wachsen werden. Und dann hören die Bauchschmerzen auf und die Vorfreude siegt.

von Elina Göhrmann

[...]Jeder sehr gute Freund hinterlässt einen leeren Platz, wenn er nicht mehr da ist, und genau so einen leeren Platz hast du hinterlassen, als du nach Spanien zogst. Ich erinnere mich an unsere Zeit, doch ich achte darauf, nicht in Sehnsucht danach zu greifen, denn diese Zeit kommt nie wieder. Wir können träumen, doch diese Träume sollten nicht Realität werden, denn jeder von uns hat seine eigene Realität. Von meinem Leben hier zu schreiben würde alles für dich nur lebendiger machen und im Lebendigen verliert man sich leichter. In meinem Herzen wird es immer Momente geben, in denen ich mich fragen werde, was du mir raten würdest, wenn du noch hier wärst, und es wird mir Kraft geben, doch meine Realität ist hier und jetzt – ohne deine Freundschaft. Ich weiß, dass du das auch weißt, ich weiß, dass du es auch so siehst.[...]“
Und sie legte den Stift weg, schaute auf das Blatt und zerknüllte es wieder. Manche Zeiten sollte man nur in Erinnerung behalten und nicht wieder aufleben lassen – sie könnten nur zerstört werden und dafür waren sie zu wichtig.

Liste von Elina Göhrmann

Freundschaft über Stock und Stein...
…so bezeichne ich meine Freundschaft mit einer mir wichtigen Person aus Hildesheim, die ich trotz geringerer Entfernung nicht häufig sehe – denn wenn wir uns sehen hat sich einfach nichts zwischen uns verändert, egal wie lang die Zeit dazwischen war.
2 Stunden Flug oder mehr…
…ist eine zu große Entfernung, um sich zu sehen – meist auch zu teuer – deswegen finde ich es immer wieder wunderbar zu hören, dass zwei Menschen es schaffen mit wenig Kontakt ihre Liebe aufrecht zu erhalten, um sich, zum Beispiel nach einem Auslandsjahr, wieder in die Arme zu fallen.
Liebe über lange Wegstrecken hinweg…
...ist meiner Meinung nach keine Situation, die jeder aushält, doch wenn es funktioniert macht es die Beziehung – zumindest von außen betrachtet – nur noch schöner. Natürlich ergeben sich auch Sehnsucht und Vermissen wie von selbst, wobei ich nur aus der Sicht als Freundin und nicht aus eigener Erfahrung sprechen kann, doch überstehen kann Liebe die Kilometer definitiv!
Brieffreundschaften…
…hatte ich schon einige in meinen 17 Jahren Lebenszeit, doch nur eine hat sich richtig gehalten, ohne, dass ich diesen Menschen jemals gesehen habe. Irgendwann finde ich die Zeit und überbrücke die Entfernung, doch bis dahin bleibt es bei Briefen und seltenen Telefonaten, über die man eindeutig genauso gut kommunizieren und sich ein Bild bilden kann, wie wenn die Person vor einem steht!
im Herzen nah…
...bleibt mir immer mein verstorbener Großvater, auch wenn ich mich kaum an ihn erinnere. Für mich ist auch dies eine ferne Beziehung, weil er so trotzdem immer bei mir ist.

Sound von Tassia Weimann

Taylor Swift – We are never ever getting back together
Manchmal wird es Zeit loszulassen. Von alten Freundschaften, Beziehungen, Gefühlen und Ängsten. Manchmal muss man alles auf Distanz bringen. Diese Ernsthaftigkeit des Liedes schwingt immer mit, wenn ich es höre. Trotzdem fühle ich mich bei den Pop-Klängen wieder wie zwölf und verursache mir durch die Dauerwiederholung selbst einen Ohrwurm.

Philipp Poisel – Wo fängt dein Himmel an
„Wo fängt dein Himmel an, und wo hört er auf? Wenn er weit genug reicht macht dann das Meer zwischen uns nichts mehr aus? Du fehlst mir, oh du fehlst mir“
Perfekt für melancholische Abende mit einem gefühlsschweren Herz.

BOY – Drive Darling
Das unvermeidliche Wegfahren, Verlassen, Zurücklassen. Die Angst, die im Inneren schlummert und dennoch nicht an die Oberfläche kommt. Aber auch die Freiheit einfach losfahren zu können und Neues zu entdecken. Einfach die Zähne zusammenzubeißen und alles auf sich zukommen zu lassen. Und das Gefühl zu haben seine Liebsten doch immer bei sich zu tragen.


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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Printseite Oktober 2012 / Meer


von Yasemin Rittgerott

Es kitzelt leicht meine Zehenspitzen, dann umspielt es sanft meine Knöchel und kriecht meine Schenkel empor. Kühl umgibt es mich, so erfrischend kühl. Die leichten Wogen umhüllen meinen Körper so sinnlich, dass ich überall eine Gänsehaut bekomme. Vielleicht ist es aber auch nur von der frischen Nässe auf meiner heißen Haut. Ich könnte Stunden so verbringen – treibend im blauen Riesen. Das Meer bringt mich immer viel weiter vom Strand weg, als es eigentlich scheint. Meine Gedanken schwimmen so weit hinaus bis sie vollkommen frei sind. Ich spüre diese Größe, die mich manchmal mit ihrer scheinbaren Unendlichkeit überwältigt. Ich tauche dann, bis ich den Druck deutlich auf meinen Ohre spüren kann. Sobald ich dann nach Luft schnappend wieder auftauche, weiß ich, dass das Meer wirklich so riesig ist. Und meine Gedanken weiten und weiten sich und wenn ich später dann langsam aus dem Wasser schreite und die salzigen Tropfen von meiner Haut abperlen, weiß ich, dass ich noch viel länger etwas von diesem Bad haben werde, als von eben diesen so schnell verdampfenden Tropfen...

von Elina Göhrmann

Das Meer hinterlässt seine Spuren schon seit Jahren in meinen Erinnerungen. Jedes Jahr im Sommer fahre ich einmal ans Meer und jedes Mal kommen einzigartige Erinnerungen hinzu, auch wenn es meistens sogar derselbe Strandabschnitt ist – denn irgendwie ist das Wasser niemals dasselbe. Ich glaube, dass das Wasser nie zweimal an ein und derselben Küste ist oder gar an ein und demselben Platz. Und genau dieser Gedanke macht das Meer für mich noch viel spannender, viel einzigartiger. Oft muss ich nur die Augen schließen, um wieder am Strand zu liegen und die Sonne auf meinem Rücken zu spüren, an Wasserschlachten in Klamotten mit meinem Bruder zu denken - um einfach wieder am Meer zu sein. Wenn ich Fotos anschaue, insbesondere die von meiner Italienreise mit meiner besten Freundin, ist das Rauschen des Meeres in jeder Erinnerung, wie eine wunderschöne Untermalung, und jede Erinnerung ein Lächeln auf meinem Gesicht. Es tut einem gut, als ob es nur dafür da ist, als ob das Rauschen und der Anblick die Seele reinigen. Und ich würde am liebsten immer und immer wieder zum Meer fahren, doch tue es aus verschiedenen Gründen nicht. Vielleicht auch ein wenig aus Angst davor, dass mein kleines Wunder alltäglich werden würde.
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Mittwoch, 26. September 2012

Printseite September 2012 / Lieblingsbücher


von Tassia Weimann

Mängelexemplar von Sarah Kuttner

„Aber auch Glück ist anstrengend. Ich  finde nichts frustrierender, als neben einer ausgewählten Person zu liegen und das Bedürfnis zu haben, ihr so nah wie möglich zu sein. Man kann sich umarmen und verknoten bis man schwarz wird, man hat immer das Gefühl, noch näher sein zu wollen. Das sogenannte In-den-Partner-reinkriechen-Wollen. (…) Man wird nie nahe genug sein. Oder Sehnsucht. Wie oft das Einander-Vermissen schon romantisiert, Chris-de-Burgh-isiert wurde. Sehnsucht ist fürchterlich. (…) Und nein, Vorfreude ist nicht die schönste Freude. Vorfreude ist die Zwillingsschwester von Sehnsucht und somit ein Haufen Mist.“ aus Mängelexemplar von Sarah Kuttner

Ich bin fasziniert. Von dieser aneinander Reihung von Wörtern, die in ihrer Gesamtheit einfach alles so schonungslos und treffend darstellt, dass es mir die Sprache verschlägt. Niemals hätte ich gedacht, dass ein Buch, das sich um eine depressive Frau dreht, mich so oft zum Lachen bringen kann. Zum Nachdenken, zum Nicken, zum Weinen. Niemals hätte ich vermutet, dass mich diese Zitate so oft in meinem Leben wieder einholen. Wenn ich zehn Tage darauf warte, dass Er wieder nach Hause kommt und ich die aufmunternden Sprüche nicht mehr hören kann. Wenn Er fasst keine Luft mehr bekommt, weil ich Ihm nicht nah genug sein kann. Dieses Buch ist voller Zitate, die ich in meinem Leben wiederfinde. Und ist so erfrischend in der Darstellung von Gegensätzen und Sprüchen der Masse, das ich danach so inspiriert bin, dass ich selbst etwas schreiben muss.

von Elina Göhrmann

Der kleine Prinz

„Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt...“
Der kleine Prinz – Antoine de Saint-Exupéry

Das Lächeln auf meinem Gesicht bleibt und vertieft sich immer mehr. Mit jedem Wort fühle ich mich mehr hineingezogen und nehme die kleinen und großen Sprüche in mich auf. Nie zuvor habe ich Zähmen mit Freundschaft in Verbindung gebracht und nie zuvor erschien mir ein Vergleich so klar. Ein Freund zähmt einen, ohne, dass es einem bewusst ist: Man gewöhnt sich an ihn und seine kleinen Eigenheiten und schleift die eigenen Ecken und Kanten ein wenig ab, damit er sich nicht immer daran stößt. Er ist so wichtig für einen, dass man viel eher nachgibt, als gewöhnlich. Im Allgemeinen verändert er einen immer ein wenig. Es ist vielleicht nicht das Zähmen, wie wir es für gewöhnlich verstehen, aber es ist eine Art zu zähmen und diese ist genau das, was mir immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert. Der kleine Prinz verzaubert mich mit seinem süßen, ein wenig naivem Charakter und schleicht sich in mein Herz, sodass auch dieses lacht. Vielleicht hat auch er mich ein wenig gezähmt. Auf seine Art.

von Yasemin Rittgerott

Lieblingsbücher-Liste

  1. J. K. Rowling - Harry Potter 1-7: Was wäre das für eine Liste, wenn Harry Potter nicht in ihr vorkäme? Wenn man mal, dem langweiligen Alltag entfliehen will, muss man nur eines dieser Bücher aufschlagen und ist gleich in einer ganz anderen Welt...
  2. Suzanne Collins - Die Tribute von Panem 1-3: Wie im Rausch habe ich diese drei Bücher verschlungen. Denn auch, wenn die Hauptfigur Katniss mit ihrem verdrehten Charakter ziemlich oft auf die Nerven gegangen ist, ist die Geschichte an sich, einfach nur spannend.
  3. Jeanette Walls - Schoss aus Glas: Wenn eine wahre Geschichte so unglaublich abendteuerlich klingt, dass man kaum glauben kann, dass jemand sie wirklich so erlebt hat.
  4. Kevin Brooks – Lucas: Ich lese Bücher eigentlich immer bis zum Ende. Bei „Lucas“ fiel es mir wirklich schwer. Die ersten 100 Seiten sind einfach nur langweilig. Beschreiben die ganze Situation aus der sich dann plötzlich etwas entwickelt, dass dieses Buch, dann sogar in die Liste meiner Lieblingsbücher katapultiert.
  5. Cornelia Funke - Tintenherz, Tintenblut, Tintentod: Früher habe ich mir immer vorgestellt, wie es wäre, wenn man Geschichten wirklich so zum Leben erwecken könnte. Heute weiß ich, dass Cornelia Funke das eigentlich mit jedem ihrer Bücher gelingt.
  6. William Shakespeare - Romeo & Juliet: Die wohl tragischste, aber durch Shakespeares Worte auch romantischste Liebesgeschichte aller Zeiten.
  7. Stephenie Meyer – Bis(s)-Reihe : Ja, auch ich bin den Büchern verfallen. NUR den Büchern! Das was da auf der Leinwand von Kirsten Stewart als Bella dargestellt wird, hat ja eher weniger mit der „echten“ Bella zu tun...
  8. Audrey Niffenegger - Die Frau des Zeitreisenden: Ich würde es mir ja sehr einfach machen, wenn ich einfach sagen würde, dass dies ein schönes Buch ist. Aber es ist einfach ein schönes Buch!
  9. Cecilia Ahern - P.S. Ich liebe dich: Das erste Buch, bei dem ich beim Lesen weinen musste.
  10. Cecilia Ahern - Für immer vielleicht: Dieses Buch hat mich nicht nur einmal zum Schmunzeln sondern auch zig Male zum lauten Lachen gebracht. Manchmal brachte es mir auch das ein oder andere Tränchen in die Augen, die aber auch schnell in reißende Ströme verwandeln konnten. Ein Buch, dass so ziemlich alle Themen des Lebens umfasst und doch eigentlich nur eine Liebesgeschichte ist.
  11. Isabel Allende - Die Stadt der wilden Götter: Es ist Jahre her, dass ich dieses Buch in der 5. Klasse vorgestellt habe. Aber den Zauber, der Geschichte spüre ich noch bist heute.
  12. Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen: Wenn es Romeo & Juliet nicht gäbe, wäre dies wohl meine aller liebste Liebesgeschichte (gleich in zwei Bänden)!
  13. Kai Meyer - Die fließende Königin: Zauberhaft! Und jedes Mal, wenn es meine Gedanken kreuzt, nehme ich mir vor, die nächsten beiden Teile zu lesen...
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